Besondere Taufe in Nidda: „Nicht länger Fremde...“

Sonntag, 18. Dezember in der Christengemeinde Nidda. Pastor Hans Ollesch und Gemeindeleiter Frank Göttel stehen im Wasser. Taufe. Nach nur vier Täuflingen verlässt Frank Göttel das Taufbecken. Was ist geschehen? Immerhin warten noch vier weitere Täuflinge. Ein neuer Täufer tritt an seine Stelle: Pastor H. A. I., denn die nächsten Täuflinge stammen aus dem Irak und sprechen kein Deutsch.

Nebenbei gesagt: Die vier Täuflinge aus der Gemeinde stammen aus Georgien, Estland und Russland. Ein Deutscher ist auch dabei. Vorgeschmack auf den Himmel, mit Menschen aus allen Völkern, Stämmen, Sprachen und Nationen.

Der Taufspruch, den Pastor Ollesch für eine irakische Schwester ausgesucht hat, könnte über dem Leben aller stehen, die mit strahlenden Gesichtern aus dem Taufbecken steigen.

So seid ihr nicht länger Fremde und Heimatlose; ihr gehört jetzt als Bürger zum Volk Gottes, ja sogar zu seiner Familie. (Eph 3,19).

Im anschließenden Gottesdienst hören wir teils erschütternde Berichte. Ein Bruder aus dem Irak erzählt, dass seine muslimische Familie ihn zwingen wollte, zum Islam zurückzukehren. Mit „schlagenden Argumenten“. Als das nichts half, wurden die Misshandlungen intensiviert. 38 Tage lag der Bruder im Koma! Wieder bei Bewusstsein, war er weiterhin entschieden, Jesus treu zu bleiben. Als die Familie zu Mordplänen überging, blieb nur noch die Flucht.

Beim Mittagessen und Kaffeetrinken werden die neuen Familienbande gepflegt. Gemeinde Gottes darf und soll Heimat sein für Vertriebene und Heimatlose, damit diese nicht länger Fremde sind.

Angelika Hoch, www.christengemeinde-nidda.de

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