Die Pfingstbewegungen in Italien

Durch meinen Dienst als Koordinatorin für Frauenarbeit im Pfingst-Europa-Forum (PEF) lerne ich die Pfingstbewegungen in den verschiedenen Ländern ein wenig kennen. Entstehungsgeschichte und Arbeitsweise sind recht unterschiedlich. Was die Beteiligung von Frauen am Gemeindeleben und in Leitungsverantwortung betrifft, gibt es ein Gefälle zwischen Nord- und West- sowie Süd- und Osteuropa.

Mehrere Male war ich in Italien eingeladen, um bei nationalen Konferenzen zu den Frauen zu sprechen – wie bei der Jahreskonferenz der Elim-Bewegung, die es seit 25 Jahren mit gut 100 Gemeinden gibt. Und dann auch bei Konferenzen einer sich erst formierenden Bewegung, die aus ehemaligen Pastoren der großen traditionellen Pfingstbewegung „Assemblee di Dio (ADI)“ und ihren verbliebenen Gemeindemitgliedern besteht. Beide sind aus einer nicht einfachen Trennungsgeschichte heraus entstanden. Darüber hinaus gibt es seit 2000 einen Zusammenschluss von freien pfingstlichen Gemeinden mit etwa 50.000 Zugehörigen.

Der weltweite pfingstliche Aufbruch erreichte Italien 1908 und breitete sich sehr schnell aus. Bereits 1929 gab es an die 150 Pfingstgemeinden im ganzen Land. 1935 begann für diese eine Verfolgungszeit durch die Faschisten, die seitens der Regierung auch nach dem 2. Weltkrieg andauerte. Erst Anfang 1960 konnte sich die ADI als Kirche konstituieren. Gemäß eigenen Zahlenangaben von 2002 soll es 200.000 Zugehörige in etwa 1000 Gemeinden geben.

Das Gemeindeleben ist sehr traditionell. In der größten und ältesten Gemeinde Mailands spielen beispielsweise Chorbeiträge eine große Rolle.

Der ADI-Pastor der Stadt Bergamo lud mich im Dezember 2015 ein, in Gemeinden Norditaliens zu predigen – im Rahmen seiner Bemühungen, den Dienst von Frauen in seiner Gemeindebewegung zu fördern. Damit hat er eine theologische Auseinandersetzung angestoßen.

Überrascht war ich, in der größten Mailänder ADI-Gemeinde eine seit 30 Jahren regelmäßig wirkende Frauenarbeit vorzufinden. 450 Frauen aus rund 20 Gemeinden hatten sich zu einem Frauentag aufgemacht, an dem ich zum Thema „Gott liebt Frauen“ sprach.

Hannelore Illgen, PEF-Women

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