23. bis 25. März: Missionarischer Gemeindekongress DYNAMISSIO in Berlin

Noch nie hat es solch eine breite kirchliche Trägerschaft für einen missionarischen Kongress gegeben, wie beim DYNAMISSIO-Kongress. Initiator war die „Koalition für Evangelisation“, wie die von Billy Graham 1974 gegründete „Internationale Lausanner Bewegung“ in Deutschland heißt. Ziel dieser Plattform für Evangelisation ist u.a. die Teilhabe an internationalen Erfahrungen, eine evangelistische Ideenbörse und das Entwickeln neuer evangelistischer Programme.

40 Kirchen und kirchliche Werke und Verbände trugen den Kongress mit, darunter auch der BFP. Er war eine dynamische, interaktive Mischung aus Vorträgen, Diskussionen, Foren, Seminaren, Musik, Begegnungen und Dialogen in der Stadt. Die zentralen Themen setzen sich intensiv mit den Bereichen „das Evangelium“, „die Gemeinde“, „die Gesellschaft“ und „der/die Einzelne“ auseinander. Neben Veranstaltungen im Plenum, Seminargruppen und Diskussionsforen stand der vorletzte Kongresstag unter dem Vorzeichen öffentlicher missionarischer Projekte, Initiativen und Gesprächsangeboten.

Der ehemalige BFP-Präses Ingolf Ellßel war im Plenum des letzten Tages zum Thema „Sendung“ um einen Beitrag gebeten worden. Seine ermutigende Predigt kann

auf http://dynamissio.de/#live gesehen werden, ebenso wie einige weitere Plenumsbeiträge. Auch Fotos und zum Download freigegebene Materialien aus Foren und Vorträgen sind dort zu finden.

Im Folgenden sind Auszüge aus dem Abschlussbericht des Dynamissio-Presseteams zu lesen.

Hannelore Illgen, Mitglied im Kongress-Vorstand

www.dynamissio.de

 

Mit einem Abendmahlsgottesdienst im Berliner Velodrom ging der dreitägige missionarische Gemeindekongress DYNAMISSIO zu Ende. Der Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Michael Diener, ermutigte in seinem Sendungswort die 2.200 Teilnehmenden, den Blick auf das Gelingende zu richten: „Vieles ist auch heute schon gut: Schaut euch diesen Kongress an.“ Im Vorfeld habe es durchaus heftige Debatten im Kongressvorstand gegeben. „Aber wir sind zusammengeblieben“, so Diener unter dem Applaus der Anwesenden. „Und wir werden uns diese Gemeinschaft nicht mehr nehmen lassen.“

Am Vortag hatte der Ratsvorsitzende der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, angesichts von Terror und Gewalt Christinnen und Christen dazu aufgerufen, „Botschafter der Versöhnung“ zu sein. Viele Menschen seien erschrocken und verunsichert über „Staatspräsidenten, die anderen Staaten und Politikern Nazi-Vorwürfe entgegenbringen“, über die Pläne, neue Mauern zu errichten und über wachsende Entfremdung und Zwietracht. Auch der Terroranschlag in London mache sehr betroffen: „Wir denken im Gebet an die Menschen dort.“ Aber „weil Christus unter uns ist, reagieren wir nicht mit Hass auf Gewalt. Und wir überlassen nicht der Angst das Feld.“

Der Greifswalder Theologieprofessor Michael Herbst hatte im Eröffnungsvortrag am Donnerstag, 23. März, Luthers Rechtfertigungslehre in den Mittelpunkt gestellt und für eine Rückkehr zu diesem „Glutkern reformatorischer Theologie“ geworben. Das Evangelium von der Befreiung durch Jesus Christus sei 500 Jahre nach der Reformation immer noch fremd und sperrig. „Dieses Fremde zu sagen, macht Kirche relevant.“

Neben den Vorträgen im Velodrom fanden in ganz Berlin an insgesamt 124 Veranstaltungsorten in Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen Foren, Seminare und Workshops statt, unter anderem mit dem Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, und dem religions- und migrationspolitischen Sprecher von BÜNDNIS 90/Die Grünen, Volker Beck. Der Vorsitzende des Kongressvorstands, Erhard Berneburg, verwies am Freitag vor Journalisten auf die große Bandbreite der Veranstalter und das Neuartige dieses Formats: „Das hat es so in Deutschland noch nicht gegeben. Wir brauchen diesen Austausch und das Lernen voneinander für die missionarische Bewegung.“

.....

In einem Forum zur Vielfalt der Religionen betonte Andreas Goetze, Landespfarrer für den interreligiösen Dialog der Berliner Landeskirche: „Schafft Räume der Begegnung, nur so wächst Vertrauen!“ Der Leiter der Münchener ICF-Gemeinde (International Christian Fellowship), Tobias Teichen, berichtete über die Ausrichtung seiner Gemeinde am „Puls der Zeit.“ Damit sei nicht der Zeitgeist gemeint, erläutert Teichen, sondern die Fragen, die die Menschen umtreiben. „Die Antwort ist immer Jesus, aber man muss zuerst die Fragen der Menschen kennen.“

Auch eine Vielzahl von Praxisprojekten stellte sich vor. Wie zum Beispiel „blu:boks“: Inmitten der Mietskasernen von Lichtenberg bietet das Projekt in Workshops zu Musik, Tanz, Schauspiel und Handwerk den jungen Menschen des Stadtteils die Möglichkeit, neue Seiten an sich zu entdecken und ein starkes Selbstbewusstsein zu entwickeln.

In all den Veranstaltungen ging es immer wieder um die Frage: Wie können Christinnen und Christen ihr Umfeld, aber auch die Welt darüber hinaus zum Guten verändern? „Das Leiden der Menschen in El Salvador, in Syrien, im Iran, in der demokratischen Republik Kongo und aller anderen ist eine Realität, der wir nicht ausweichen können“, so die Theologin Ruth Padilla DeBorst aus Costa Rica, die am Freitagabend im Velodrom sprach. „Das ist die Realität, in die wir als Kirche gesandt sind, in den Fußspuren unseres Herrn.“

Die Resonanz der Teilnehmenden war sehr positiv. „Ich nehme die Ermutigung mit, einfach loszugehen und Gott am Wirken zu sehen und nicht nur darauf zu warten, dass er kommt“, sagte Christopher Rinke (46) aus Weimar an der Lahn... Für Marie Willermark (62), die Leiterin der Heilsarmee in Deutschland, hat der Kongress gezeigt, dass Gott die Christen in Deutschland vorbereitet habe, „ihm mit einem Geist und der einen Absicht zu dienen, für die Verlorenen und Bedürftigen da zu sein.“ Hartmut Bartel (59) aus Wittenberge sei nicht nur gespannt, zu überlegen, wie er neue Missionsformen in der Gemeinde einsetzen könne: „Auch persönlich war es sehr aufbauend, dass man mit vielen verschiedenen Konfessionen zusammen ist, und wir haben einen Herrn!“

Text: Silke Römhild, Michael Gruber, Julia Grundmann, DYNAMISSIO-Presseteam

 

 

Zurück

Letzte Nachrichten

Seelsorgeseminartag BERÖA 2018

Mit dem Thema: Umgang mit schwierigen Menschen – Grenzen erfahren und Grenzen setzen bietet der Arbeitskreis Seelsorge zusammen mit dem Theologischen Seminar BERÖA den nächsten Seminartag am Samstag, den …


Weiterlesen …

Gott hat gesetzt - GEISTbewegt im November

„Gott hat gesetzt“ Mit 1351 Teilnehmern (über 200 mehr als im Vorjahr) brachte die diesjährige Bundeskonferenz des BFP einen neuen Teilnehmerrekord mit sich. Der BFP wächst und entwickelt sich gut weiter! Über 60 Gemeindegründungen …


Weiterlesen …

Christlicher Gesundheitskongress 25.-27. Januar 2018 in Kassel

‚Heilen und Begleiten in Gesundheitswesen und Gemeinde‘ ist das Grundthema der Christlichen Gesundheitskongresse, welche 2 jährlich stattfinden. Dieser überaus wichtige und notwendige Themenbereich wird durch verschiedene Fachvorträge, Seminare und …


Weiterlesen …

Sie wollen noch mehr Nachrichten lesen? Hier geht es zu weiteren Artikeln und älteren Meldungen … Pfeil

Aktuelle Nachrichten einfach als RSS-Feed abonnieren:
http://feeds.feedburner.com/BFP-GEISTbewegt