Wenn Angst und Unsicherheit zunehmen ...

Wovon lassen wir uns bestimmen, wenn Angst und Unsicherheit zunehmen?

In der ersten Hälfte des Januar 2016 legt sich so etwas wie ein Schleier von Angst und Unsicherheit über unser Land. Nach den Anschlägen in Paris, Istanbul, Jakarta, Burkina Faso nun auch bei uns die Räumung des Münchner Hauptbahnhofs kurz vor Jahreswechsel. Und dann die Silvesternacht in Köln: Vor dem Hauptbahnhof sexuelle Übergriffe, Gewalt, Diebstahl, ausgehend von jungen Männern, die als Flüchtlinge hier sein sollen, so heißt es.
Fast im Tagestakt kommen Nachrichten über Anschläge und Gewalttaten. Es fällt beinahe schwer, sich alles zu merken. Überall scheint der IS „herumzugeistern“. Auch die bisher so geduldige Bundeskanzlerin reagiert etwas heftiger als sonst. Fast zeitgleich lässt eine andere Meldung aufhorchen: 2015 macht der deutsche Bundeshaushalt „wundersame“ 12 Milliarden (!) Euro Überschuss, trotz Flüchtlingskrise!

Gerechtigkeit und Ordnung
Eines muss klar sein: Die Werte unseres Landes, die uns dazu befähigen, andere willkommen zu heißen, brauchen Achtung und Respekt. Wer hierher kommt und Zuflucht sucht, muss verstehen, wie wir miteinander umgehen. Beispielsweise, dass Frauen keine beliebig zu behandelnden „Objekte“ sind. Wer Unrecht tut, wird dafür entsprechend zur Verantwortung gezogen, egal ob als Deutscher oder als Flüchtling. Hier müssen Politiker und Sicherheitskräfte konsequent und mit Augenmaß vorgehen.   

Chancen ergreifen
Aus vielen Orten höre ich von Gemeinden, die sich mit großer Liebe für Flüchtlinge engagieren, ihnen sozial dienen, Gottesdienste mit ihnen halten, Menschen taufen – Wunder Gottes geschehen. Aber auch, dass man keinen Zugang findet, negative Erfahrungen macht, sich völlig hilflos vorkommt.

Meine persönlichen „Kontrast“-Erfahrungen
Ich erlebe im Dezember und Januar, dass ich mit etlichen Menschen beten kann, die mit großer Freude und Leichtigkeit ihr Leben Jesus anvertrauen. Fast alle aus muslimischem Hintergrund, und hier besonders Iraner. Da ist der persische Restaurantbesitzer, der jetzt Jesus-Videos und Lobpreismusik in seinem Laden laufen lässt. Ich soll für sein Lokal beten – ungeniert, mitten unter seinen Gästen. Da ist die Frau, die gerade angekommen ist, die nach einem muslimischen Propheten benannt ist und unter Tränen ihr Leben Jesus gibt. Da ist die Iranerin N., die vor einem Jahr durch das Internet zum Glauben gekommen ist und sich jetzt auch taufen lassen will, ihre Tochter, die sich beim Besuch bekehrt, eine ganze Familie aus türkischstämmigen Hintergrund, die zum Glauben kommt, alle muslimischer Herkunft. Und das sind noch nicht alle, die ich nennen könnte.  

Und nun?
Ich bin fragend, denn Meinungen bedrängen mich. Kann ich wirklich allen Nachrichten glauben? Terror und Angst auf der einen Seite, Bekehrungen und Wunder auf der anderen. Krasser geht es kaum. Ich muss mich selbst „sortieren“, um nicht im aktuellen Meinungsstrudel unterzugehen. Mir gelingt das so:
Flüchtlinge, sind keine „Massen“ sondern Individuen, die Gott liebt.

  • Ich nutze Gelegenheiten tatkräftig, so, wie sie sich mir bieten und lamentiere nicht über die „Krise“.
  • Sich finanziell einzusetzen, individuell und auch als Nation, scheint immer noch mit Segen verbunden zu sein.
  • Ich erhebe mich nicht über Politiker, sondern bete für sie. Sie brauchen Mut, Weisheit und Weitblick. Konkrete, tragfähige Lösungen werden gebraucht.
  • Ich „hänge mein Fähnchen“ nicht nach dem Wind der Meinung, biblische Werte bestimmen langfristig meine Position anderen gegenüber.
  • Ich bin bereit, meine Haltung immer wieder zu überdenken, notfalls zu korrigieren.

Frank Uphoff

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