Rückblick BFP-BuKo 2017: Heldenmacher

Wie aus einem Held ein „Heldenmacher“ wurde

Alles begann mit einem Traum... skizziert auf einer Serviette

Wie aus einem Held ein „Heldenmacher“ wurde

Pastorin Jutta Dünnebier (Saaletal) gibt ihre Eindrücke von den ersten beiden Sessions der Bundeskonferenz mit dem leitenden Pastor der „Christian Community Church“ aus Chicago/USA wieder.

Der große Plenarsaal der BuKo ist bis in die hintersten Reihen gut gefüllt. Nach einem gelungenen Einstieg in die Session mit der Lobpreisband der Christus Gemeinde Wuppertal ist die Spannung groß auf den Mann, den die allermeisten nicht persönlich kennen, von dem sie aber schon viel gehört haben: Dave Ferguson. Er ist leitender Pastor der „Community Christian Church“, einer innovativen und missionalen Multisite-Gemeinde mit 14 Standorten in Chicago und rund 15.000 Mitgliedern. Er ist Präsident der Exonential-Konferenzen und Visionär von „NewThings“, einem Netzwerk sich reproduzierender Gemeinden, dazu Autor mehrerer Bücher. Schon allein die Vorstellung seiner Person durch Generalsekretär Peter Bregy beeindruckt.

Als Hauptsprecher der Konferenz soll er im Laufe von vier Gottesdiensten seine Vision einer sich reproduzierenden und multiplizierenden Gemeindebewegung entfalten und mit hineinnehmen in eine veränderte und verändernde Sicht- und Verhaltensweise Gemeindebau gegenüber. Übersetzt wird er gekonnt, sympathisch und souverän vom Wunstorfer Pastor Tim Sukowski.

Gleich zu Beginn teilt Dave Ferguson christliche Gemeinden in fünf Kategorien ein: schrumpfende, stagnierende, wachsende, sich reproduzierende und sich multiplizierende Gemeinden. Dave hat Zahlen parat: In Nordamerika gehören laut einer Studie rund 80 % zu den ersten beiden Kategorien. Nur eine verschwindend kleine Minderheit darf sich zu Kategorie vier oder fünf zählen; gerade einmal vier Prozent. Aber nur mit solchen Gemeinden – ist Dave überzeugt – lasse sich der Auftrag Jesu aus Apostelgeschichte 1,8 verwirklichen. Dort heißt es: Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde (Schlachter 2000).

Veränderung beginnt mit neuen Gedanken

Das Geheimnis für Reproduktion und Multiplikation für jede Art von Leiterschaft fasst Dave in einem Gedanken zusammen: Das Team müsse an der ersten Stelle stehen, nicht die persönliche Statistik. Es gehe darum, das Team besser zu machen. Die Frage, wie man seine eigene Gemeinde zum Wachsen bekommt, sei nicht die wichtigste Frage, die sich ein Pastor stellen sollte. Vielmehr sollte ihn beschäftigen, wie sich durch ihn das Königreich Gottes ausbreiten könne. Es gehe darum, nicht nur selbst ein Held sein zu wollen, sondern ein „Heldenmacher“; jemand, der sich in andere investiert und sie bevollmächtigt. Multiplikationsdenken ist das Stichwort.

Der Traum auf einer Serviette

Und dann nimmt Dave seine Zuhörer mit hinein in seine eigene Geschichte. Alles begann mit einem Traum – skizziert auf einer Serviette in einem Bistro. Ein Traum von einem Netzwerk von vielen Gemeinden in Chicago und darüber hinaus. Und er erzählt von dem Moment, als sein Denken verändert wurde. Irgendwann wurde ihm klar, dass es nicht ausreichen würde, selbst ein Held zu sein. Seine Träume konnte er nur verwirklichen, wenn aus ihm ein „Heldenmacher“ werden würde. Nur wenn er sich selbst multiplizieren würde, würde eine Gemeinde auf „Level 4“ oder „Level 5“ entstehen können. Und er ist sich sicher: Von solchen Gemeinden hat Jesus geträumt. Denn auch Jesus, der große Held, habe sich in seine Jünger investiert und war so zum Heldenmacher geworden.

Zwei Sätze prägen sich an diesem Vormittag ganz besonders ein: „’Heldenmacher’ kreieren eine Bühne und dann lassen sie einen anderen darauf stehen.“ Ein Heldenmacher sagt: „Meine Frucht wächst auf den Bäumen anderer Menschen.“

Held oder „Heldenmacher“?

Und so fordert Dave seine Zuhörer heraus, ein solches Denken zuzulassen und sich selbst die Frage zu stellen: „Will ich ein Held sein oder ein ‚Heldenmacher’?“ Daves Ermutigung: Das, was in seinem Leben über die Jahre sich entwickelt hat, könne sich grundsätzlich bei jedem ereignen. Es brauche nur die Entscheidung, den eigenen Dienst auch durch andere Menschen zu tun. Es gehe darum, nicht klein, sondern groß zu träumen – wie Jesus auch. Und dabei nicht das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren: Menschen zu helfen, den Weg zu Gott zurückzufinden.

Auf dem Weg zu einer Gemeinde, die sich multipliziert

Im zweiten Teil seiner Predigt geht es um „Methode 2“ auf dem Weg zu einer Gemeinde der Kategorie 4 oder 5. Im Fokus steht jetzt nicht mehr allein ein verändertes Denken, sondern das richtige Sehen. „Wir müssen anfangen, Menschen mit anderen Augen zu sehen. Anfangen zu sehen, was Gott in ihnen sieht“, wirbt Dave Ferguson für eine neue Wahrnehmung. Es gehe darum, als Leiter andere zu ermutigen, mitzumachen und sie nicht abzuweisen. Dave ist überzeugt: Die Gemeinden seien voller guter Leiter, die einfach noch nicht entdeckt und freigesetzt seien. Selbst in einem neu bekehrten Teenager lebe schon der Geist des lebendigen Christus; und damit alles, was es brauche, um eine Bewegung in Gang zu bringen.

„Ich-seh-in-dir“-Unterhaltungen führen

In seinem eigenen Leben habe es schon sehr früh einen Menschen gegeben, der in ihm etwas gesehen habe, was ihm selbst zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht klar gewesen sei. „Ich sehe in dir einen Menschen, der ein großartiger Leiter sein könnte.“ Dieser Satz eines bekannten Basketballstars vor vielen Jahren habe ihn nachhaltig geprägt. Eine kleine Übung im Saal zeigt, dass er mit einer solchen Erfahrung nicht allein ist. Und wieder erinnert Dave an Jesus. Als dieser einfache  Fischer aufgefordert hat: „Kommt, folgt mir nach“ (Mt 4,19) habe er in ihnen schon Männer gesehen, die mit ihm einmal die Welt verändern könnten. Nach seinem Vorbild ermutigte Dave, im eigenen Dienst ein neues Sehen und Fördern zuzulassen, ganz bewusst anzufangen, „Ich-seh-in-dir“-Unterhaltungen zu führen. Denn solche Gespräche hätten das Potenzial, die Richtung eines ganzen Lebens und eines Dienstes zu verändern und zu großen Taten freizusetzen. Aber: „Solche Gespräche fehlen.“

Ängste verhindern Förderung

Dann eröffnete Dave einige Gründe, die Leiter davon abhalten können, junge, aufstrebende Nachwuchsleiter auf diese Weise zu fördern. Wenn Mitarbeiter gehen, weil sie selbst etwas Eigenes starten wollen, dann fühle sich das für einen Pastor nicht immer nur gut an, weiß Dave aus eigener Erfahrung zu berichten.

  • Es gebe die Angst vor dem Scheitern. Die Unsicherheit, ob etwas wirklich funktionieren wird.
  • Das Gefühl der Ablehnung, wenn jemand etwas Neues machen will.
  • Die Angst vor Kontrollverlust – vergleichbar mit Eltern, die ihre Kinder loslassen müssen, wenn sie größer und selbstständig werden.
  • Konflikte, die sich daraus ergeben können, wenn in einer Gemeinde der Status Quo verändert wird.
  • Finanzielle Risiken durch das Weggehen besonders finanzstarker Gemeindeglieder, wenn diese gehen, um eine eigene Arbeit zu starten oder zu unterstützen.

Ein „Heldenmacher“ müsse sich solchen Herausforderungen stellen, Ängste und Bedenken überwinden und lernen, trotzdem zu segnen und auszusenden. Ein Ermöglicher und Bevollmächtiger für andere zu sein gehe nur, wenn man sich von diesen Ängsten nicht aufhalten lasse.

 

 

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