Rückblick Bundeskonferenz 2015 - „Gottes Kraft für mich“

– aus dem reichen Erfahrungsschatz zweier Pastoren

„Ich glaube nicht, dass ich immer mein Bestes gegeben habe“, bekennt Bernd Scheven gleich zu Beginn seines Vortrags am Dienstagvormittag in Willingen. Aber er habe Erfahrungen im Laufe seines 40-jährigen Dienstlebens gemacht, die hilfreich waren, Gott zu dienen. Bernd Scheven ist Vorsitzender des Ecclesia-Gemeindeverbandes, Mitglied des Bundesvorstandes und Pastor der Familienkirche Barmen in Wuppertal.

Ein geistlicher Langstreckenläufer

Authentisch und sympathisch nimmt er mit hinein in das, was ihn zu einem geistlichen Langstreckenläufer gemacht hat: in dem von Gott gesteckten, speziell auf ihn zugeschnittenen Rahmen, zu dienen. „Auch du bist ein Unikat Gottes. Deine Maße sind nicht Konfektionsgrößen, sondern Sonderanfertigungen“, und entsprechend habe Gott auch mit jedem einzelnen einen ganz eigenen Plan. Den zu kennen, sich an ihm zu orientieren und so zu einem entspannten, fruchtbaren Dienst zu finden – dazu will Scheven ermutigen und einladen.

Die eigenen Maße finden

Biblische Maße dafür seien das Maß des Glaubens, das Gott jedem unterschiedlich zugeteilt habe, ein bestimmtes Maß an Gaben und schließlich das Maß des eigenen Wirkungskreises. Es sei wichtig, die eigenen Maße zu kennen, um sich nicht zu verzetteln, sagt er. Man müsse wissen, welche Gaben und Möglichkeiten man bekommen habe und auch, welche nicht. Denn nur dort sei man wirklich in der Lage, das Beste für Gott zu geben. Eindringlich warnt Scheven vor dem Fluch des Vergleichens und gibt zu bedenken: „Bei Unikaten macht Vergleichen keinen Sinn.“ Sein Fazit: „Kenne deine Maße, lebe darin, sei treu“. Das Ergebnis werde ein entspannter Dienst sein, der Freude mache. So werde der BFP zu einem „Bund freier Persönlichkeiten“ und „fröhlicher Pastoren“.

Mit Gott Mauern überwinden

Dann übernimmt Markus Oppermann, leitender Pastor des Gospelhouse Baden-Baden. Er möchte die ermutigen, „die gerade in einer taffen Zeit sind; die es gerade nicht so leicht haben“ und bedient sich dafür der biblischen Geschichte der Einnahme von Jericho. So wie dort Mauern zu überwinden waren, stünden jedem Durchbruch zunächst einmal Mauern im Weg. „Ohne Mauern kein Durchbruch“, stellt er fest; es gebe Mauern unerhörter Gebete, Mauern unbefriedigender Gemeindeentwicklung – jeder habe irgendwo sein persönliches Jericho. Für ihn war es der Wechsel von einer großen Gemeinde in Stuttgart in eine Kleinstadtgemeinde. Das Problem seien aber nicht die Mauern selbst, sondern „das Problem ist in uns“, weiß er aus eigener Erfahrung. „Wir brauchen eine Perspektive, die die Verheißung sieht“, die nicht an der Mauer hängen bleibe, sondern sich an das erinnert, was Gott gesprochen hat.

dranbleiben – vertrauen – weitermarschieren

Was oft übersehen werde: „Jedem Durchbruch geht immer auch ein Prozess voraus.“ Und in diesem Prozess sei nicht immer alles klar nachvollziehbar. „Das Leben sagt dir nicht, in welcher Runde du bist“. Es gebe viele Fragezeichen. Trotzdem heiße es, dranzubleiben, zu vertrauen und weiterzumarschieren. Ein Satz ist ihm dabei besonders wichtig: „Dass du nicht sofort einen Fortschritt siehst, heißt nicht, dass es nicht nach vorne geht.“ Oft habe er das erlebt: Rückschläge in der Gemeinde, Mitarbeiter, die ihren Dienst nicht mehr tun konnten. Ihn habe das ins Gebet getrieben und er habe Gottes Kraft neu erlebt. Das empfiehlt er auch allen Entmutigten im Saal.

Neue Schärfe für den Dienst

Wo die Schärfe im Laufe eines langen Dienstlebens verloren gegangen sei, sei es wichtig, Gott neu zu begegnen und von ihm neu Schärfe, Klarheit und Mut zu empfangen. Wie das praktisch gelinge? Durch die bewusste Entscheidung, sich Gott täglich ganz hinzugeben, durch den Umgang mit glaubensstärkenden Menschen, durch regelmäßige Zeiten in der Stille vor Gott, durch die Konzentration auf die guten Dinge des Lebens und dadurch, sich an die prophetischen Worte zu erinnern, die Gott über das eigene Leben, die Familie oder die Gemeinde bereits ausgesprochen hat.

Jutta Dünnebier

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