Rückblick Bundeskonferenz 2015 - „Gottes Kraft und unser Bestes“

Eröffnungsgottesdienst mit Präses Johannes Justus

„Wir blicken erwartungsvoll auf diese Bundeskonferenz“ eröffnet BFP-Vizepräses Frank Uphoff die Leiterkonferenz 2015. „Es geht um die Ausrichtung unseres Bundes: Was soll fokussiert werden, was in den Hintergrund treten?“ Der Titel des Filmclips, „Unsere Ausrichtung“, der vor der Predigt von Präses Johannes Justus uraufgeführt wird, macht den Willen der BFP-Leiterschaft deutlich: „Wir packen gerne an!“

Johannes legt seinen Ausführungen den bekannten Satz des Apostels Paulus in

1. Korinther 15,10 zugrunde: „Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.“ „Müde wird man, wenn man nur in der Dimension des Machbaren arbeitet. Die Gemeinde lebt aber von der himmlischen Dimension her,“ stellt Johannes gleich zu Anfang fest und beschreibt dann im Laufe seiner Predigt, dass wir vier Blickrichtungen brauchen, um unser Bestes durch die Kraft Gottes geben zu können.

1. Blick nach oben: Kraft empfangen

Wie Jesus versprochen hat, steht uns „von oben her“ die Kraft des Heiligen Geistes zur Verfügung (Apostelgeschichte 1,8). Als erstes wird uns diese Kraft im persönlichen Leben helfen. Wenn wir Jesus Christus angenommen haben, sind wir Kinder Gottes. Als solche haben wir Gottes Kraft durch den Heiligen Geist in uns. Durch die Taufe im Heiligen Geist bekommen wir dann die Kraft zum Dienen. Dabei handelt es sich nicht um eine Kraft, die „von innen“ kommt, sondern „von oben“. Für jeden Dienst braucht es Weisheit, damit er nicht „nur“ Belehrung ist. Und dann bekommen wir Kraft zur persönlichen Veränderung. Diese kann nicht aus Konserven, also angehäuften Erfahrungen gewonnen werden, sondern durch die Kraft des Geistes.

2. Blick nach innen: Frieden finden

Herz und Seele sind mein „inneres Gefäß“. Wenn Jesus seine Ordnung dort hineingebracht hat, weiß ich, wer ich bin. Nicht, weil ich das selber entschieden habe, oder sich das an dem festmacht, was ich leiste. Und auch nicht, weil andere das so wollen – sondern weil Gott es so entschieden hat. Mit diesem Frieden mit mir selbst kann ich die Wahrheit über mich selbst ertragen.

Das persönliche Leben und auch das Gemeindeleben gleicht einem Puzzle. „Um die kleinen Puzzlestücke richtig zu platzieren, brauchen wir das große Bild,“ stellt Johannes Justus fest. Und dieses gibt uns der Herr. „Unsere Aufgabe ist es, das anzunehmen und festzumachen.“ Dabei beruft er sich auf 2. Petrus 1,10/11: „Darum, liebe Brüder, bemüht euch desto mehr, eure Berufung und Erwählung festzumachen. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr nicht straucheln, und so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilands Jesus Christus.“

3. Blick nach hinten: Dankbarkeit lernen

Paulus scheut nicht den Blick in die Vergangenheit und blickt dankbar zurück. Wenn wir dankbar sind, können wir kaum gleichzeitig ängstlich sein. „Was geschehen ist, ist vorbei und wir müssen lernen, damit versöhnt zu leben,“ ermahnt unser Präses. Sollten wir Schmerz erfahren haben, ist es wichtig, an der Heilung bzw. der Lösung zu arbeiten. Wenn wir uns Schmerz und Leid wiederholt in Erinnerung rufen und in unseren Gedanken neu durchleben, greifen wir in den Prozess der Heilung ein. Zu echtem Verzeihen gehört, sich davon zu lösen und dann zu vergessen.

4. Blick nach vorne: Fokus schärfen

Wenn wir nach vorne blicken, beginnen wir, die Perspektive Gottes in unserem Auftrag zu erkennen, auch für unseren Gemeindebund. Und um diesen durchzuführen, wird jede Unterstützung gebraucht. Johannes fährt fort: „Als Leiter wollen wir Menschen so fördern, dass sie in ihre Berufung hineinkommen. Das geschieht so wie bei unseren eigenen Kindern. In Psalm 127 werden sie als Pfeile bezeichnet, von denen wir den Köcher voll haben sollen. Wir sollen unsere Kinder und auch unsere geistlichen Kinder bestärken, an sie glauben. Sie sind wie Pfeile in unserer Hand.“

Es erfordere Mut, Willen und vollen Einsatz, um das Potenzial in Menschen zu sehen, sie zu befähigen und zu bevollmächtigen. Aber wer andere fördert, arbeitet gleichzeitig an sich und an den eigenen Fähigkeiten. „Für mich ist die höchste Form der Leitung, ein ‚Ermöglicher' für andere zu sein.“ Wenn wir unsere „Kinder“ auf den Weg in ihre Berufung schicken, entscheiden wir automatisch, sie loszulassen. Und dann müssen wir dem Herrn vertrauen und nicht versuchen, ihre Flugbahn zu lenken.

Zur Zusammenfassung ruft Johannes zwölf Geschwister zu sich auf die Bühne. Nacheinander teilt er Pfeile aus und spricht jedem einzeln Ermutigung und Segen zu. „Prophetische Worte haben schöpferische Wirkung, Aber prüft, ob sie stimmen,“ regt er an.

„Geschwister, ich bilde mir nicht ein, das Ziel schon erreicht zu haben. Eins aber tue ich: Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt, und laufe mit ganzer Kraft dem Ziel entgegen, um den Siegespreis zu bekommen – den Preis, der in der Teilhabe an der himmlischen Welt besteht, zu der uns Gott durch Jesus Christus berufen hat.“ (Phil 3,13+14).

Hannelore Illgen

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