Rückblick Bundeskonferenz 2016 - DeMUT – Das Gen wahrer Champions

Was ist denn unser Bestes?“ hatte sich Beröa-Seminardirektor Johannes Schneider in der Vorbereitung seiner Predigt für Dienstagabend gefragt.

Es habe mit dem „Champions-Gen“ zu tun, einem Gen, das zum „Helden“ mache. Und dieses Gen setze sich aus zwei Begriffen zusammen: Demut + Mut, in einem Wort: DeMUT. „Dem Demütigen gibt Gott Gnade“ wissen Bibelkenner. Schneider kommentiert: „Gott ‚steht’ auf Menschen, die demütig sind!“. Bei Demut gehe es aber nicht um etwas Schwächliches oder Ängstliches, was die meisten heute darunter verstehen. Zu Demut gehöre immer auch der Mut. Schon Luther sagte: „Demut ist der Mut zum Dienen“. Auch bei David sehen wir, dass beide Eigenschaften zusammen ihn als „Mann nach dem Herzen Gottes“ auszeichnen.

DeMUT angesichts einer Herausforderung

Schon als David gegen Goliath antrat, brauchte er Demut, um nicht in der Anonymität der Masse abzutauchen und zu behaupten: „Das ist der Job von jemand anderem“. Nein, er nahm für sich die Herausforderung an, in aller Bescheidenheit und Demut – aber auch mit jeder Menge Mut. „Was ist deine Herausforderung?“ fragte Schneider in die Menge „Irgendwie unbeschadet die Rente erreichen? Nein, unsere Herausforderung sind 80 Millionen Menschen in Deutschland, die Jesus nicht mehr kennen“. Zustimmender Applaus!

Nehmen wir diese Herausforderung an? Echte DeMUT antwortet: Ich schaff es nicht, aber mit Gott kann ich es schaffen!

DeMUT, sich einzuordnen

David war kein Einzelkämpfer. Er ordnete sich sowohl in das Volk Israel ein als auch unter Leiterschaft. Wie das praktisch aussehen kann, veranschaulichte Johannes Schneider folgendermaßen: Er rief zwei Repräsentanten der Generationen „Väter“ und „Söhne“ auf die Bühne, Richard Krüger, einen seiner Vorgänger, und Kevin Herla, Beröa-Student. Was folgte, war ein ergreifender Moment. Von Herzen dankte er seinem ehemaligen „Chef“ für alles, was dieser für ihn getan hatte, dass er ihn Dinge anders machen ließ, wegen Fehlern nie verurteilte und ihm sogar half. Dieser Dank und die Wertschätzung galt nicht nur ihm allein, sondern auch stellvertretend allen geistlichen Vätern und Müttern.

Genauso sprach er, Kevin Herla zugewandt, zu allen „Söhnen und Töchtern“, was er als geistlicher Vater für sie tun will: Das weitergeben, was er selber Gutes erfahren habe. Die Vorgänger-Generation wertzuschätzen und die Nachfolge-Generation zu unterstützen: Dies wurde gleich nach der Predigt umgesetzt. Im ganzen Raum beteten, dankten und segneten sich die verschiedenen Generationen untereinander.

DeMUT für Neues

David war ein Original. Er konnte und wollte nicht wie alle anderen in einer Rüstung kämpfen. Er tat es auf seine Weise, total unüblich, mit einer Steinschleuder gegen einen Riesen, aber voll authentisch. Schon gegen Bären und Löwen hatte er damit Erfolg, und zu dieser Vergangenheit stand er auch. „Lasst uns keine Kopien sein! Lasst uns Mut und Demut haben, zu dem zu stehen, was Gott in unser Leben hineingelegt hat!“ ermutigte Schneider die jungen Menschen.

DeMUT für den Auftrag

Fast im selben Atemzug wiederholte der Seminardirektor: „Es geht nicht um mich. Es geht um Gottes Ehre und sein Reich!“ und schärfte damit den Fokus auf unseren Auftrag, dem auch David nachgegangen war. Dessen Motivation war, Goliath zu besiegen, „damit alle Welt innewerde, dass Israel einen Gott hat“ (1. Samuel 17, 46). Auch unser Auftrag ist viel größer, als wir oft meinen. Es geht nicht primär um unseren Dienst oder unsere Gemeinde, es geht darum, dass alle Welt erkennt, dass wir einen Gott haben. ❚

Jonas Fuchß

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