Rückblick Bundeskonferenz 2016 - Gib dein Bestes! Predigt 2 von Matthias C. Wolff

Gespannt waren die Konferenzteilnehmer am Donnerstagvormittag auf den zweiten Teil der Ausführungen von Pastor Matthias C. Wolff. Ihre Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden!

Am Beispiel von Angelique Kerber, die sich ihren ersten Platz in der Tennisweltrangliste durch harte Arbeit verdienen musste, machte Matthias Mut, den Glauben wie ein Spitzensportler zu leben und dranzubleiben. Wir sehen bei manchen Helden nur die Siege, aber nicht die jahrelange Arbeit, die dahintersteckt und die Niederlagen, die überwunden werden mussten. Bezeichnend ist, dass das, was bei Spitzensportlern bewundert wird, im Glauben oft belächelt oder sogar als Fundamentalismus verurteilt wird. Aber auch Paulus spricht in 1. Korinther 9,24-27 von einem harten Wettkampf, den er unbedingt gewinnen will und für den er sogar bereit ist „den Leib zu zerschlagen und zu knechten“. Übertreibt er da nicht ein bisschen?

Mit drei Herausforderungen ergänzte Pastor Wolff die fünf Fragen seiner Predigt vom Vorabend:

1. Du brauchst vollen Einsatz!

Spitzenleistungen fliegen uns nicht zu. Um sie zu erbringen und den Siegeskranz zu gewinnen, dürfen unsere Wünsche und Begierden nicht unser Leben dominieren. Aber Vorsicht! Zu hohe Maßstäbe können uns auch unter ungesunden Druck bringen. Mit wem vergleichst du dich? Es gibt nur wenige biblische Helden wie Mose, Elia oder Paulus, aber jede Menge „gewöhnliche“ Menschen, mit denen Gott auch Geschichte schreibt. Wie zum Beispiel mit Esra. Esra erlebte kein einziges Wunder und auch keinen brennenden Dornbusch, aus dem Gott zu ihm sprach. Er war „nur“ ein kleiner Schriftgelehrter. Aber er stellte sich Gott zur Verfügung, wurde von ihm gebraucht und bewegte etwas in der Geschichte Israels. Ohne Menschen wie Esra geht Gottes Volk unter. Tue auch du, was getan werden muss! Alle zwölf Apostel waren von Jesus berufen und erwählt, aber nur einer von ihnen, Petrus, spielt neben Paulus in der Apostelgeschichte eine herausragende Rolle. Die anderen werden zum Teil nicht einmal erwähnt. Trotzdem waren sie wichtig.

2. Du brauchst Inspiration und Vorbild!

Höre auf, dich zu vergleichen und ein anderer sein zu wollen. Lerne den Unterschied zwischen „sich inspirieren lassen“ und „vergleichen“ – sei du! Gott misst Menschen an ihren Möglichkeiten, nicht an den Möglichkeiten anderer. Gib du dein Bestes – aber:

3. Es liegt nicht nur an dir!

Manches können wir nur im Team schaffen. Einheit ist ein hoher Wert und etwas, worauf Gott seinen Segen gibt. Auch andere haben gute Ideen und es gehört zur Kunst des Leitens, Freiräume zu schaffen und Ideen zuzulassen. Es ist wie beim Fußball: Tore müssen vorbereitet sein. Gemeinde ist ein Mannschaftssport. Auch als BFP stehen wir nicht alleine da und können unsere Städte und unser Land nur zusammen mit anderen Christen erreichen. Wir verbinden uns nicht mit jeder Theologie, aber mit Menschen, die Jesus lieben. Diese selbstkritischen Worte lösten bei den Zuhörern Nachdenklichkeit und Beifall aus. Wir wollen Deutschland erreichen, aber wir können und müssen es nicht allein schaffen.

Zum Abschluss seiner Ausführung machte Matthias C. Wolff noch einmal deutlich, dass am Anfang und am Ende Gottes Gnade steht, aber dass wir sie hoffentlich nicht vergeblich empfangen. Es ist diese Gnade, die uns herausfordert, für Gottes Reich unser Bestes zu geben: Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. (1. Korinther 15,10)

Es ist Gottes Gnade, die uns aktiv werden lässt. Sie soll sich durch unsere Arbeit entfalten. In dieser Gnade dürfen wir ruhen und sie nimmt uns die Angst vor Hingabe, Verlust, Versagen und dem Willen Gottes.

Es liegt nicht nur an dir! Deine Gemeinde ist seine Gemeinde. Gib du dein Bestes und sei eingebettet und getragen von seiner Gnade.

Xenia Besenreuther

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